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Hobelwerk - ein neues Quartier entsteht

7. Januar 2026

Das mit dem Watt d’Or ausgezeichnete Projekt Hobelwerk zeigt, dass der Weg zu Netto-Null im Gebäudebereich mit realistischen, skalierbaren und bezahlbaren Lösungen möglich ist. Holzbau und Re-Use senken die Erstellungsemissionen deutlich, während die intelligente Lüftung und selbstlernende Wärmeregelung den Betrieb optimieren. Vom BFE als Energiepionier:innen ausgezeichnet, liefern wir damit ein praxisnahes Gesamtmodell, das sowohl ökologisch als auch wirtschaftlich überzeugt und das Potenzial hat, in der Schweiz breit angewandt zu werden.

Projektidee

 

  1. Treibhausgasemissionen (THG) in der Erstellung reduzieren

Der Holzbau weist grosses Potenzial zur Reduktion der Treibhausgasemissionen in der Erstellung auf. Durch biogene Kohlenstoffspeicherung, CO₂-arme Holzwerkstoffe und optimierte Lieferketten war eines der Projektziele, die Emissionen der reinen Holzbau-Stockwerke des Gebäudes C auf < 5 kg CO₂eq/m² EBF zu senken. Dies liegt deutlich unter den aktuellen Bestwerten von 6–7 kg/m². Bereits in der Ausschreibung wurden CO₂-Emissionen der Unternehmer systematisch verglichen und in die Auftragsvergabe integriert – ein branchenweit neuartiger Ansatz. Erkenntnis: CO₂-arme Holzbaulösungen sind technisch umsetzbar, marktreif und praktisch kostenneutral, sofern sie frühzeitig eingefordert und planerisch berücksichtigt werden.

Im Gebäude D sollte modellhaft gezeigt werden, wie gebrauchte Bauteile (Fenster, Türen, Fassadenelemente, Küchen etc.) in einen regulären Bauprozess ohne Sonderbewilligungen integriert werden können. Eine Top-10-Liste von Bauteilen wurde definiert und diese systematisch gesucht, demontiert, aufbereitet sowie in die Planung integriert. Entscheidende Erfolgsfaktoren sind die Materialqualität, die Terminpassung, präzise Abmessungen, die Demontierbarkeit und klare Entscheidungswege.

 

  1. Bedarfsgerechte Abluftanlage

In den Häusern C–E kommt ein neuartiges Lüftungssystem zum Einsatz, das den Abluftvolumenstrom pro Wohnung über die CO₂-Konzentration regelt. Dies soll hohen Komfort mit minimalem Energieeinsatz verbinden. Im Vergleich dazu stehen in den Häusern A/B konventionelle feuchtegeregelte Abluftanlagen.

 

  1. Intelligente Heizung

Für die Häuser C–E wurde eine selbstlernende, intelligente Regelung entwickelt, die eine Luft/Wasser-Wärmepumpe mit einer Pelletheizung kombiniert. Die Regelung berücksichtigt Gebäudespeicherfähigkeit, Nutzerverhalten sowie Wetterprognosen. Ziel ist die Minimierung der THG-Emissionen, unter Berücksichtigung temperatur- und zeitabhängiger CO₂-Faktoren des Strombezugs.

 

Resultate

 

  1. Erstellung

Durch den Wechsel von einem Massivbau zu einem Holzbau, konnten in Bezug auf die Lebensdauer und die Energiebezugsfläche von Haus C 1.1 CO₂eq /m2a THG eingespart werden. Ein schlanker Anhydrit-Unterlagsboden, Innenwände ohne Gipsbeplankung und die mehrheitliche Verwendung von Schweizer Holzprodukten waren drei weitere Optimierungsmassnahmen mit einer THG-Einsparung von 0.5 CO₂eq /m2a. Somit liegt das gesamte Gebäude C bei 9.2 kg CO₂eq /m2a THG-Emissionen in der Erstellung. Mit 5.9 kgCO₂eq/m2a liegen die reinen Holzbau-Stockwerke unter den aktuellen Bestwerten. Das gesteckte Projektziel (< 5 kg CO₂eq/m² EBF) konnte allerdings nicht erreicht werden. Die aus dem Verhältnis der Investitionskosten zu den Emissionseinsparungen berechneten Treibhausgas-Vermeidungskosten der untersuchten Holzbaumassnahmen sind teuer und liegen im Bereich von 0.8 bis 5.3 CHF/kg.

 

THGE-Erstellung, aufgeteilt auf Haustechnik und Baumaterialien (Lemon Consult AG)

 

Die verwendeten Re-Use-Bauteile ermöglichen gegenüber neuen Bauteilen eine Reduktion der Treibhausgasemissionen im Bereich von 49 bis 96 %. Dank der Verwendung von Re-Use-Bauteilen sinken die Erstellungsemissionen von Haus D in Bezug auf die Lebensdauer und Energiebezugsfläche um 0.5 kg/m2a. Der Einsatz von Re-Use Bauteilen war trotz erheblicher Aufwände für Umplanung, Bauteilsuche, Ausbau, Transport, Lagerung, Aufbereitung und Einbau nahezu kostenneutral.

 

 

  1. Bedarfsgerechte Abluftanlage

In den Häusern C, D und E kommt ein neuartiges Lüftungssystem zum Einsatz, das den Abluftvolumenstrom pro Wohnung über die CO₂-Konzentration regelt. Dies soll hohen Komfort mit minimalem Energieeinsatz verbinden. Im Vergleich dazu stehen in den Häusern A und B konventionelle feuchtegeregelte Abluftanlagen. Die Messungen zeigen, dass die CO₂-Regelung den Luftwechsel bedarfsorientierter steuert und somit Energieverbrauch, Betriebskosten und CO₂-Emissionen reduziert, ohne den Komfort der Bewohner:innen in den Räumlichkeiten zu beeinträchtigen. Verbesserungen beim Komfort gegenüber früheren Projekten (Hunziker Areal) konnten erreicht werden – insbesondere bezüglich Luftqualität und Lärmbelastung. Die Kombination aus CO₂-Regelung und automatischer Temperaturbegrenzung (<0 °C, >25 °C) erhöht zusätzlich den thermischen Komfort.

 

  1. Intelligente Heizung

Erste Ergebnisse zeigen, dass die Lösung Leistungsspitzen reduziert, die Jahresarbeitszahl der Heizung erhöht und Schaltzyklen optimiert, was sowohl Emissions- als auch Kostenvorteile bringt.

 

Mehr Informationen zur Watt-d’Or-Auszeichnung

Projektreferenz

Dienstleistung Forschung und Entwicklung

 

Hobelwerk Ansicht von oben (Matthias Bader)
Hobelwerk (Peter Tillessen)
Hobelwerk (Peter Tillessen)
Hobelwerk Ansicht von oben (Matthias Bader)

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